Reisefahrzeug

 - Fahrzeugauswahl

 - Der Landrover (1. Ausbau)

 - Was hat sich nach dem Umbau geändert

 - Technische Daten

Fahrzeugauswahl

Dies ist vermutlich die schwierigste und nachhaltigste Entscheidung, die gefällt werden muss und jeder hat hier andere Vorstellungen und Wünsche von seinem perfekten Reisefahrzeug.

Das Fahrzeug soll einerseits so klein und leicht sein, um auch schmale Pisten und enge Strassen bewältigen zu können, dabei aber so gross, dass es die nötige Ausrüstung für mehrere Monate Reisedauer tragen kann. Es soll guten Komfort bieten, um auch lange Transportstrecken ermüdungsfrei hinter sich zu bringen; dabei so robust, dass ihm auch ein paar hundert Kilometer Wellblechpiste nichts anhaben können. Die Auswahl lässt sich in etwa folgende Kategorien unterteilen:

Kleines Fahrzeug (Landrover, Landcruiser)

 - Große Auswahl an verschiedenen Modellen

 - Billig in Anschaffung und Unterhalt

 - Kann auch als "normales" Fahrzeug eingesetzt werden

 - Wenig Platz zum Aufenthalt bei schlechtem Wetter

Mittelgrosses Fahrzeug (Pinzgauer 6x6, Unimog, Scam)

 -Ausreichende Zulademöglichkeit für Sprit, Wasser, Vorräte

 - Geringe Modellauswahl

 - Höherer Anschaffungspreis

Grosses Fahrzeug (LKW)

 - Grosse Modellauswahl

 - Hohe Zuverlässigkeit, für professionellen Einsatz konzipiert

 - Viel Platz und Zulademöglichkeit für Sprit, Wasser, Vorräte

 - Teuer in Anschaffung und Unterhalt

 - Nicht für schmale Pisten und Gebirgsstrecken geeignet

Meine Wahl fiel damals auf einen Landrover 110 td5, den ich dann 1999 neu erwarb. Dieses Fahrzeug war als Neuwagen um einiges günstiger in der Anschaffung als etwa ein Landcruiser und auch die Verkehrsabgaben sind, dank des kleineren Motors, geringer. Wobei etwas mehr Motorleistung und Drehmoment beim Landrover manchmal wünschenswert gewesen wären. Bis jetzt habe ich den Kauf nicht bereut und auch die elektronische Motorsteuerung, die von vielen Fernreisenden verpönt wird, hat mir bis jetzt noch nie Kummer bereitet.

Der Landrover (1. Ausbau)

Böse Zungen behaupten ja, "Ein Rover sei nie ganz, aber auch nie ganz kaputt." und wenn man ehrlich ist, stimmt das vollkommen. Man muss aber dazu sagen, dass die meisten Reparaturen relativ einfach und kostengünstig bewerkstelligt werden können, auch bei so einem modernen Motor, wie es der dt5 ist.

Nun ja, ich begann also mein Reisefahrzeug nach meinen Wünschen und Vorstellungen auszubauen. Dazu gehören unter Anderem folgende Änderungen und Einbauten:

 - Dachträger mit Hartschalen-Dachzelt

 - Seilwinde

 - Schnorchel

 - Polykristallines Solarpanel mit 50W

 - Zwei Zusatztanks mit insgesamt 200 Liter Treibstoff

 - Wasser-Standheizung

 - Kompressor Kühlschrank

 - Zusätzliche Verbraucherbatterie

 - Holzschränke für die Aufnahme von Kunststoffboxen

 - Vorhänge an den Fenstern

 - diverse Schutzvorrichtung für Achsen und Lenkung

 - Chemietoilette

 - Omnistor Markise

Dieser Ausbau hatte sich auf mehreren Reisen bewährt, aber dennoch kam mit der Zeit der Wunsch auf etwas mehr Komfort zu haben, vor Allem bei schlechtem Wetter. Auch das Aufstellen des Dachzeltes war etwas umständlich und im Falle eines Falles konnte man nicht einfach fliehen mit geöffnetem Zelt. Nach sieben Jahren entschloss ich mich dann, das Fahrzeug komplett umzubauen und ihm ein Aufstelldach zu gönnen.

Was hat sich nach dem Umbau geändert

Aufstelldach

Die wesentlichste und auffälligste Änderung ist der Wegfall des Ex-Tec Dachträgers und des Dachzeltes. Obwohl sich diese Kombination auf diversen Reisen hervorragend bewährt hatte, war es vor allem bei kaltem oder regnerischem Wetter mühsam das Zelt aufzustellen und trocken ins Zelt zu kommen. Dies ist nun mit dem Aufstelldach kein Problem mehr und es kann nun im Bedarfsfalle sogar geheizt werden. Ebenfalls weggefallen ist die Omnistor Markise, diese hat zwar ihren Dienst gut erledigt aber ich wollte neu so wenig Gewicht wie möglich in die Höhe bauen und so vielen diese knapp 15kg weg. Die Markise wird nun durch eine, im Innenraum mitgeführte, Airtex-Plache mit Kederprofil ersetzt. Das Aufstelldach besitz noch eine Dachlucke, die ideal zu Lüften ist oder im Notfall als Notausstieg genutzt werden kann.

Positiv verbessert hat sich durch den Umbau auf ein Aufstelldach auch die Höhe des Fahrzeugs und es ist nun, mit einer Höhe von 228cm, containertauglich.

Hintere Seitenfenster

Die hinteren Seitenfenster und die kleinen Rückfenster wurden entfernt und mit jeweils einer Aluminiumabdeckung geschlossen. Dies hat einen erhöhten Einbruchschutz zur Folge und an den Seitenteilen konnten zusätzlich jeweils zwei Airline-Zurrschienen von Carmaeleon montiert werden. An diesen können bei Bedarf zum Beispiel Sandbleche oder Zusatzkanister befestigt werden.

Innenraum Luftheizung

Da nun im Auto geschlafen wird, lag es Nahe im Innenraum noch eine Zusätzliche Luftstandheizung einzubauen. Die Wahl viel auf eine Webasto AirTop 2000.

Innenausbau

Der ganze alte Innenausbau wurde entfernt und neu aufgebaut. Nach den vielen Reisen wurden auch die noch vorhandenen Schwachstellen erkannt und nun verbessert. Zudem wurde nicht mehr ein Regalsystem, sondern geschlossene Möbel gewählt. Dies hat den Vorteil, dass der ganze Einbau etwas wohnlicher aussieht, was bei längeren Zwangspausen (Regen) sicherlich angenehmer ist.

Solarzellen

Auf dem ersten Fahrzeug hatte ich ein Panel mit polykristallinen Zellen und einer Leistung von 50 Watt im Einsatz. Diese Leistung genügte bei längeren Pausen oder bei bedecktem Himmel bei Weitem nicht die Verbraucherbatterie zu puffern, geschweige denn zu laden.

Neu sind zwei monokristalline Sunset Solarpanels zu je 80 Watt verbaut, die also zusammen maximal 160 Watt erzeugen. Geregelt wird der Ladestrom über einen MPP-Regler von Votronic, der die beide Batterien (Start- Verbraucherbatterie) separat ladet, wobei die Hauptenergie immer der Verbraucherbatterie zu Gute kommt.

AGM-Batterien

Im Zuge des Umbaues wurden die alten Blei-Nassbatterien gegen AGM-Batterien von Banner ausgetauscht. Diese sind auslaufsicher und funktionieren in jeder Einbaulage. Zudem haben sie einen höheren Kaltstartstrom als normale Nassbatterien. Der Vorteil ist noch, dass man die alten Ladegeräte weiterverwenden kann, da die Ladeschlussspannung annähernd identisch zu Nassbatterien ist. Auch der neue Solarregler kann diese Batterien problemlos laden.

Rückfahrkamera

Als kleinen Luxus gönnte ich mir ein Camos Rückfahrkamerasystem, das bei Bedarf eingeschaltet werden kann. Ob es sich bewähren wird, wird sich zeigen.

 

 

 

 

Technische Daten Landrover 110 Td5 sw

 

Länge

4780 mm

Breite 1800 mm
Höhe 2280 mm
Gewicht 2950 kg (3400 kg)
Achslast vorn
Achslast hinten
Radstand 2794 mm

 

 

Motor: 5 Zylinder Reihe, 2495ccm, 90kW/122PS, 300Nm (112KW / 152PS, 365Nm), Turbolader, Intercooler

5-Gang Schaltgetriebegetriebe, Reduktionsgetriebe
Permanenter Allradantrieb mit manueller Längssperre
Differentialsperre 100% in Vorder- und Hinterachse
Scheibenbremsen vorn und hinten

Federn verstärkt (red/red) , Koni Heavy Track RAID Gasdruckstossdämpfer, Gasdrucklenkungsdämpfer

Bereifung: 235/85 R 16, auf Heavy Duty Felgen 6,5“
Heavy Duty  Stossstange
Elektrische Seilwinde 5,4t (Goodwinch TDS-12.0c)
3 Kraftstofftanks für insgesamt 200 Liter Diesel
Diesel-Vorfilter mit Wasserabscheider
Unterfahrschutz, Spurstangenschutz, Differentialschutz an der Vorderachse
Acryl-Lampenschutz
Luftkompressor, Reifenfüllanschluss
Höhergelegter Lufteinlass (Schnorchel)
Höhergelegte Entlüftungen von Getriebe und Achsen
Anhängerkupplung 3.500kg, Rockinger Vario Block

Verstärkter Reserveradhalter an Hecktüre

Abschliessbare Radmuttern
Alarmanlage, Wegfahrsperre
Farbe:  Chawton White (LRC.603)
Zulässiges Gesamtgewicht: 2.950kg (3.400 kg)
Baujahr 1999

Aufbau

Aluaufbau mit Stahlrohr-Verstärkung

Seiten- und kleine Heckfester mit Aluplatten verschlossen und verstärkt, in Wagenfarbe pulverbeschichtet

Airline-Zurrschienen auf beiden Seiten, Sandblechhalter

Isolation rundum mindestens 20mm

Zusatzverriegelungen an den Türen
Splitterschutzfolie an den Seitenfenster
Schutzgitter am Heckfenster
Staubox hinten, von aussen zugänglich, abschliessbar
4 Zusatzscheinwerfer vorne je 100W mit Schutzrahmen
Rückfahrscheinwerfer, koppelbar mit Rückwärtsgang
Rückfahrkamerasystem, beheizt, 5“ LCD Bildschirm

Aufstelldach

Alukonstruktion, begehbar, verriegelbar, in Wagenfarbe pulverbeschichtet
Dachschale in beiden Positionen verriegelbar
Grauer Airtex Stoff, wasserfest
3 verschliessbare Fenster mit Moskitonetz, hinteres Fenster ausstellbar
Innenverkleidung aus grauem Stoff

Dachisolation 30mm

Doppelbett, Unterlüftung und Matratze, klappbar 1200 x 2000 mm
2 LED-Leselampen im Dachhimmel integriert

Boots-Dachluke aus Aluminium, Rollo und Moskitonetz, einbruchsichere Scharniere, 10mm Plexiglas, kratzfest, abschliessbar

Airline-Zurrschienen beidseitig auf der ganzen Dachlänge

Diverse Anschlüsse für Solaranlage, Funk, GPS

Innenausbau

Viele Ablagefächer
Arbeitsplatte zum Kochen
2-Flammen-Spirituskocher
Kompressor-Kühlschrank, Inhalt 30 Liter

Kühlbox, Inhalt 7 Liter, für Medikamente

Staufächer unter den Sitzbänken
Wäscheschrank mit Einschüben
Alle Möbel sind hergestellt aus Buchensperrholz AW100
Stabile Riegelschlösser und Scharniere

Technische Ausstattung

   Elektrische Anlage

Kontrollpanel zur Überwachung der Stromversorgung und der Verbraucher
Sicherungsautomaten und Batterie-Hauptschalter
Temperaturanzeige, Uhr, Kontrollanzeige der Solaranlage
Monokristaline-Solaranlage: 2x80Wp
MPP Solar-Laderegler 225W, beide Batterien werden separat geladen
Ladewandler 230V / 12V / 15A
Batteriekapazität: 2x 12V / 74Ah, AGM-Batterien, über Trennrelais geschaltet
230V-Wechselrichter 600W
Hochstromstecker für Überbrückung unter Fahrersitz, abschaltbar

Frontanschluss 230V für Fremdspeisung

   Beleuchtung

LED-Leuchten über Tisch, Kühlschrank
Leseleuchten beim Bett

   Wasserversorgung

20 Liter Kanister, frostgeschützt

   Toilette

Thetford-Toilette Porta Potti 365 (345) mit Wasserspülung

   Kochgelegenheit

2-flammiger Spirituskocher
Diverse Gaskocher

 Waschbecken

   Heizung

Diesel-Warmluftheizung 3,5kW für den Innenraum

Diesel-Wasserheizung 5,0kW für den Motorkreislauf  und Innenraum

   Kommunikation / GPS

27MHz-Funkgerät ,80-Kanäle
27MHz-Handfunkgerät ,80-Kanäl
PMR Handfunkgeräte
Garmin GPS 3, aktive Aussenantenne
Navigationssysteme
Radio mit CD, UKW, LW, MW

GSM